FFH-Richtlinie
Richtlinie des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (92/43/EWG)

vom 21.Mai 1992, AB1.Nr.L 206.S.7

Der Rat der Europäischen Gemeinschaften

gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, insbesondere auf Artikel 130s,...*)

Hat folgende Richtlinien erlassen:

 

Begriffsbestimmungen

Artikel 1

Im Sinne dieser Richtlinie bedeutet:

a) "Erhaltung": alle Maßnahmen, die erforderlich sind, um die natürlichen Lebensräume und die Populationen wildlebender Tier- und Pflanzenarten in einem günstigen Erhaltungszustand im Sinne des Buchstabens e) oder i) zu erhalten oder diesen wiederherzustellen.

b) "Natürlicher Lebensraum": durch geographische, abiotische oder biotische Merkmale gekennzeichnete völlig natürliche oder naturnahe terrestrische oder aquatische Gebiete.

c) "Natürliche Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse": diejenigen Lebensräume, die in dem in Artikel 2 erwähnten Gebiet

i) im Bereich ihres natürlichen Vorkommens vom Verschwinden bedroht sind

oder

ii) infolge ihres Rückgangs oder aufgrund ihres an sich schon begrenzten Vorkommens ein geringes natürliches Verbreitungsgebiet haben

iii) typische Merkmale einer oder mehrerer der folgenden fünf biogeographischen Regionen aufweisen: alpine, atlantische, kontinentale, makaronesische und mediterrane.

Diese Lebensraumtypen sind in Anhang I aufgeführt bzw. können dort aufgeführt werden.

d) "Prioritäre natürliche Lebensraumtypen": die in dem in Artikel 2 genannten Gebiet vom Verschwinden bedrohten natürlichen Lebensraumtypen, für deren Erhaltung der Gemeinschaft aufgrund der natürlichen Ausdehnung dieser Lebensraumtypen im Verhältnis zu dem in Artikel 2 genannten Gebiet besondere Verantwortung zukommt; diese prioritären natürlichen Lebensraumtypen sind in Anhang I mit einem Sternchen(*) gekennzeichnet;

e) "Erhaltungszustand eines natürlichen Lebensraums": die Gesamtheit der Einwirkungen, die den betreffenden Lebensraum und die darin vorkommenden charakteristischen Arten beeinflussen und die sich langfristig auf seine natürliche Verbreitung, seine Struktur und seine Funktionen sowie das Überleben seiner charakteristischen Arten in dem in Artikel 2 genannten Gebiet auswirken können.

Der "Erhaltungszustand" eines natürlichen Lebensraums wird als "günstig" erachtet, wenn

-sein natürliches Verbreitungsgebiet sowie die Flächen, die er in diesem Gebiet einnimmt, beständig sind oder sich ausdehnen und

- die für seinen langfristigen Fortbestand notwendige Struktur und spezifischen Funktionen bestehen und in absehbarer Zukunft wahrscheinlich weiterbestehen werden

und

- der Erhaltungszustand der für ihn charakteristischen Arten im Sinne des Buchstabens i) günstig ist.

f) "Habitat einer Art": durch spezifische abiotische und biotische Faktoren bestimmter Lebensraum, in dem diese Art in einem der Stadien ihres Lebenskreislaufs vorkommt.

g) "Arten von gemeinschaftlichen Interesse": Arten , die in dem in Artikel 2 bezeichneten Gebiet

i) bedroht sind, außer denjenigen, deren natürliche Verbreitung sich nur auf Randzohnen des vorgenannten Gebietes erstreckt und die weder bedroht noch im Gebiet der westlichen Paläartis potentiell bedroht sind, oder

ii) potentiell bedroht sind, d. h., deren baldiger Übergang in die Kategorie der bedrohten Arten als wahrscheinlich betrachtet wird, falls die ursächlichen Faktoren der Bedrohung fortdauern, oder

iii) selten sind, d. h., deren Populationen klein und, wenn nicht unmittelbar, so doch mittelbar bedroht oder potentiell bedroht sind. Diese Arten kommen entweder in begrenzten geographischen Regionen oder in einem größeren Gebiet vereinzelt vor, oder

iv) endemisch sind und infolge der besonderen Merkmale ihres Habitats und/oder der potentiellen Auswirkungen ihrer Nutzung auf ihren Erhaltungszustand besondere Beachtung erfordern.

Diese Arten sind in Anhang II und/oder Anhang IV oder Anhang V aufgeführt bzw. können dort aufgeführt werden.

h) "Prioritäre Arten": die unter Buchstabe g) Ziffer i) genannten Arten für deren Erhaltung der Gemeinschaft aufgrund ihrer natürlichen Áusdehnung im Verhältnis zu dem in Artikel 2 genannten Gebiet besondere Verantwortung zukommt; diese prioritären Arten sind in Anhang II mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet.

i) "Erhaltungszustand einer Art": die Gesamtheit der Einflüsse, die sich langfristig auf die Verbreitung und die Größe der Populationen der betreffenden Arten in dem in Artikel 2 bezeichneten Gebiet auswirken können. Der Erhaltungszustand wird als "günstig" betrachtet, wenn

- aufgrund der Daten über die Populationsdynamik der Art anzunehmen ist, daß diese Art ein lebensfähiges Element des natürlichen Lebensraumes, dem sie angehört, bildet und langfristig weiterhin bilden wird, und

- das natürliche Verbreitungsgebiet dieser Art weder abnimmt noch in absehbarer Zeit vermutlich abnehmen wird und

- ein genügend großer Lebensraum vorhanden ist und wahrscheinlich weiterhin vorhanden sein wird, um langfristig ein Überleben der Populationen dieser Art zu sichern.

j) "Gebiet": ein geographisch definierter Bereich mit klar abgegrenzter Fläche.

k) "Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung": Gebiet, das in der oder den biogeographischen Region(en), zu welchen es gehört, in signifikantem Maße dazu beiträgt, einen natürlichen Lebensraumtyp des Anhangs I oder eine Art des Anhangs II in einem günstigen Erhaltungszustand zu bewahren oder einen solchen wiederherzustellen und auch in signifikantem Maße zur Kohärenz des in Artikel 3 genannten Netzes "Natura 2000" und / oder in signifikantem Maße zur biologischen Vielfalt in der biogeographischen Region beitragen kann.

Bei Tierarten, die große Lebensräume beanspruchen, entsprechen die Gebiete von gemeinschaftlichem Interesse den Orten im natürlichen Verbreitungsgebiet dieser Arten, welche die für ihr Leben und ihre Fortpflanzung ausschlaggebenden physischen und biologischen Elemente aufweisen.

l) "Besonderes Schutzgebiet": ein von den Mitgliedstaaten durch eine Rechts-oder Verwaltungsvorschrift und/oder eine vertragliche Vereinbarung als ein von gemeinschaftlicher Bedeutung ausgewiesenes Gebiet, in dem die Maßnahmen, die zur Wahrung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der natürlichen Lebensräume und/oder Populationen der Arten, für die das Gebiet bestimmt ist, erforderlich sind, durchgeführt werden.

m) "Exemplar": jedes Tier oder jede Pflanze - lebend oder tot - der in Anhang IV und Anhang V aufgeführten Arten, jedes Teil oder jedes aus dem Tier oder der Pflanze gewonnenen Produkt sowie jede andere Ware, die aufgrund eines Begleitdokuments, der Verpackung, eines Zeichens, eines Etiketts oder eines anderen Sachverhalts als Teil oder Derivat von Tieren oder Pflanzen der erwähnten Arten identifiziert werden kann.

n) "Ausschuß": der aufgrund des Artikels 20 eingesetzte Ausschuß.

 

Artikel 2

  1. Diese Richtlinie hat zum Ziel, zur Sicherung der Artenvielfalt durch die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen im europäischen Gebiet der Mitgliedstaaten, für das der Vertrag Geltung hat, beizutragen.
  2. (2) Die aufgrund dieser Richtlinie getroffenen Maßnahmen zielen darauf ab, einen günstigen Erhaltungszustand der natürlichen Lebensräume und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse zu bewahren oder wiederherzustellen.

    (3) Die aufgrund dieser Richtlinie getroffenen Maßnahmen tragen den Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sowie den regionalen und örtlichen Besonderheiten Rechnung.

     

    Erhaltung der natürlichen Lebensräume und der Habitate der Arten

    Artikel 3

    (1) Es wird ein kohärentes europäisches ökologisches Netz besonderer Schutzgebiete mit der Bezeichnung "Natura 2000" errichtet. Dieses Netz besteht aus Gebieten, die die natürlichen Lebensraumtypen des Anhangs I sowie die Habitate der Arten des Anhangs II umfassen, und muß den Fortbestand oder gegebenenfalls die Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes dieser natürlichen Lebensraumtypen und Habitate der Arten in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gewährleisten.

    Das Netz "Natura 2000" umfaßt auch die von den Mitgliedstaaten aufgrund der Richtlinie 79/409/EWG ausgewiesenen besonderen Schutzgebiete.

    (2) Jeder Staat trägt im Verhältnis der in seinem Hoheitsgebiet vorhandenen in Absatz 1 genannten natürlichen Lebensraumtypen und Habitate der Arten zur Errichtung von Natura 2000 bei. Zu diesem Zweck weist er nach den Bestimmungen des Artikels 4 Gebiete als besondere Schutzgebiete aus, wobei er den in Absatz 1 genannten Zielen Rechnung trägt.

    (3) Die Mitgliedsstaaten werden sich, wo sie dies für erforderlich halten, bemühen, die ökologische Kohärenz von Natura 2000 durch die Erhaltung und gegebenfalls die Schaffung der in Artikel 10 genannten Landschaftselemente, die von ausschlaggebender Bedeutung für wildlebende Tiere und Pflanzen sind, zu verbessern.

     

    Artikel 4

    (1) Anhand der in Anhang III (Phase 1) festgelegten Kriterien und einschlägiger wissenschaftlicher Informationen legt jeder Mitgliedsstaat eine Liste von Gebieten vor, in der die in diesen Gebieten vorkommenden natürlichen Lebensraumtypen des Anhangs 1 und ein heimischen Arten des Anhangs II aufgeführt sind. Bei Tierarten, die große Lebensräume beanspruchen, entsprechen diese Gebiete den Orten im natürlichen Verbreitungsgebiet dieser Arten , welche die für ihr Leben und ihre Fortpflanzung ausschlaggebenden physischen und biologischen Elemente aufweisen. Für im Wasser lebende Tierarten, die große Lebensräume beanspruchen, werden solche Gebiete nur vorgeschlagen, wenn sich ein Raum klar abgrenzen läßt, der die für das Leben und die Fortpflanzung dieser Arten ausschlaggebenden physischen und biologischen Elemente aufweist. Die Mitgliedstaaten schlagen gegebenfalls die Anpassung dieser Liste im Lichte der Ergebnisse der in Artike 11 genannten Überwachung vor.

    Binnen drei Jahren nach der Bekanntgabe dieser Richtlinie wird der Kommission diese Liste gleichzeitig mit den Informationen über die einzelnen Gebiete zugeleitet. Diese Informationen umfassen eine kartographische Darstellung des Gebietes, seine Bezeichnung, seine geographische Lage, seine Größe sowie Daten, die sich aus der Anwendung in Anhang III(Phase I) genannten Kriterien ergeben, und werden anhand eines von der Kommission nach dem Verfahren des Artikels 21 ausgearbeiteten Formulars übermittelt.

    (2) Auf der Grundlage der in Anhang III (Phase2) festgelegten Kriterien und im Rahmen der fünf in Artikel 1 Buchstabe c) Ziffer iii) erwähnten biogeographischen Regionen sowie des in Artikel 2 Absatz 1 genannten Gesamtgebietes erstellt die Kommission jeweils im Einvernehmen mit den Mitgliedstaaten aus den Listen der Mitgliedstaaten den Entwurf einer Liste der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung, in der die Gebiete mit einem oder mehreren prioritären natürlichen Lebensraumtyp(en) oder einer oder mehreren prioritären Art(en) ausgewiesen sind.

    Die Mitgliedstaaten, bei denen Gebiete mit einem oder mehreren prioritären natürlichen Lebensraumtyp(en) und einer oder mehreren prioritären Art(en) flächenmäßig mehr als 5 v. H. des Hoheitsgebietes ausmachen, können im Einvernehmen mit der Kommission beantragten, daß die in Anhang III (Phase 2) angeführten Kriterien bei der Auswahl aller in ihrem Hoheitsgebiet liegenden Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung flexibler angewandt werden.

    Die Liste der Gebiete, die als Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung ausgewählt wurden und in der die Gebiete mit einem oder mehreren prioritären natürlichen Lebensraumtyp(en) oder einer oder mehreren prioritären Art(en) ausgewiesen sind, wird von der Kommission nach dem Verfahren des Artikels 21 festgelegt.

    (3) Die in Absatz 2 erwähnte Liste wird binnen sechs Jahren nach Bekanntgabe dieser Richtlinie erstellt.

    (4) Ist ein Gebiet aufgrund des in Absatz 2 genannten Verfahrens als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung bezeichnet worden, so weist der betreffende Mitgliedstaat dieses Gebiet so schnell wie möglich - spätestens aber binnen sechs Jahren - als besonderes Schutzgebiet aus und legt dabei die Prioritäten nach Maßgabe der Wichtigkeit dieser Gebiete für die Wahrung oder die Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes eines natürlichen Lebensraumtyps des Anhangs I oder einer Art des Anhangs II und für die Kohärenz des Netzes Natura 2000 sowie danach fest, inwieweit diese Gebiete von Schädigung oder Zerstörung bedroht sind.

    (5) Sobald ein Gebiet in die Liste des Absatzes 2 Unterabsatz 3 aufgenommen ist, unterliegt es den Bestimmungen des Artikels 6 Absätze 2, 3 und 4.

     

    Artikel 5

    (1) In Ausnahmefällen, in denen die Kommission feststellt, daß ein Gebiet mit einem prioritären natürlichen Lebensraumtyp oder einer prioritären Art in einer nationalen Liste nach Artikel 4 Absatz 1 nicht aufgeführt ist, das ihres Erachtens aufgrund von zuverlässigen einschlägigen wissenschaftlichen Daten für den Fortbestand dieses prioritären natürlichen Lebensraumtyps oder das Überleben dieser prioritären Art unerläßlich ist, wird ein bilaterales Konzertierungsverfahren zwischen diesem Mitgliedstaat und der Kommission zum Vergleich der auf beiden Seiten verwendeten wissenschaftlichen Daten eingeleitet.

    (2) Herrschen nach einem Konzertierungszeitraum von höchstens sechs Monaten weiterhin Meinungsverschiedenheiten, so übermittelt die Kommission dem Rat einen Vorschlag über die Auswahl des Gebietes als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung.

    (3) Der Rat beschließt einstimmig innerhalb von drei Monaten ab dem Zeitpunkt, zu dem er mit diesem Vorschlag befaßt worden ist.

    (4) Während der Konzertierungsphase und bis zur Beschlußfassung des Rates unterliegt das betreffende Gebiet den Bestimmungen des Artikels 6 Absatz 2.

     

    Artikel 6

    (1) Für die besonderen Schutzgebiete legen die Mitgliedsstaaten die nötigen Erhaltungsmaßnahmen fest, die gegebenfalls geeignete, eigens für die Gebiete aufgestellte oder in andere Entwicklungspläne integrierte Bewirtschaftungspläne und geeignete Maßnahmen rechtlicher, administrativer oder vertraglicher Art umfassen, die den ökologischen Erfordernissen der natürlichen Lebensraumtypen nach Anhang I und der Arten nach Anhang II entsprechen, die in diesen Gebieten vorkommen.

    (2) Die Mitgliedstaaten treffen die geeigneten Maßnahmen, um in den besonderen Schutzgebieten die Verschlechterung der natürlichen Lebensräume und der Habitate der Arten sowie Störungen von Arten, für die die Gebiete ausgewiesen worden sind, zu vermeiden, sofern solche Störungen sich im Hinblick auf die Ziele dieser Richtlinie erheblich auswirken können.

    (3) Pläne oder Projekte, die nicht unmittelbar mit der Verwaltung des Gebietes in Verbindung stehen oder hierfür nicht notwendig sind, die ein solches Gebiet jedoch einzeln oder in Zusammenwirkung mit anderen Plänen und Projekten erheblich beeinträchtigen könnten, erfordern eine Prüfung auf Verträglichkeit mit den für dieses Gebiet festgelegten Erhaltungszielen. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Verträglichkeitsprüfung und vorbehaltlich des Absatzes 4 stimmen die zuständigen einzelstaatlichen Behörden dem Plan bzw. Projekt nur zu, wenn sie festgestellt haben, daß das Gebiet als solches nicht beeinträchtigt wird, und nachdem sie gegebenfalls die Öffentlichkeit angehört haben.

    (4) Ist trotz negativer Ergebnisse der Verträglichkeitsprüfung aus zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses einschließlich solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art ein Plan oder Projekt durchzuführen und ist eine Alternativlösung nicht vorhanden, so ergreift der Mitgliedstaat alle notwendigen Ausgleichsmaßnahmen, um sicherzustellen, daß die globale Kohärenz von Natura 2000 gestützt ist. Der Mitgliedstaat unterrichtet die Kommission über die von ihm ergriffenen Ausgleichsmaßnahmen.

    Ist das betreffende Gebiet ein Gebiet, das einen prioritären natürlichen Lebensraumtyp und/oder eine prioritäre Art einschließt, so können nur Erwägungen im Zusammenhang mit der Gesundheit des Menschen und der öffentlichen Sicherheit oder im Zusammenhang mit maßgeblichen günstigen Auswirkungen für die Umwelt oder, nach Stellungnahme der Kommission andere, zwingende Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesse geltend gemacht werden.

     

    Artikel 7

    Was die nach Artikel 4 Absatz 1 der Richtlinie 79/409/EWG zu besondere Schutzgebiete erklärten oder nach Artikel 4 Absatz 2 derselben Richtlinie als solche anerkannten Gebiete anbelangt, so treten die Verpflichtungen nach Artikel 6 Absätze 2, 3 und 4 der vorliegenden Richtlinie ab dem Datum für die Anwendung der vorliegenden Richtlinie bzw. danach ab dem Datum, zu dem das betreffende Gebiet von einem Mitgliedstaat entsprechend der Richtlinie 79/409/EWG zum besonderen Schutzgebiet erklärt oder als solches anerkannt wird, an die Stelle der Pflichten, die sich, aus Artikel 4 Absatz 4 Satz 1 der Richtlinie 79/409/EWG ergeben.

     

    Artikel 8

    (1) Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission zusammen mit ihren Vorschlägen für Gebiete, die als besondere Schutzgebiete mit prioritären natürlichen Lebensraumtypen und/oder prioritären Arten ausgewiesen werden können, gegebenfalls ihre Schätzungen bezüglich der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft, die ihres Erachtens für die Erfüllung ihrer Verpflichtungen nach Artikel 6 Absatz 1 erforderlich ist.

    (2) Die Kommission erarbeitet im Benehmen mit jedem betroffenen Mitgliedstaat für die Gebiete von gemeinschaftlichem Interesse, für die eine finanzielle Beteiligung beantragt wird, die Maßnahmen, die für die Wahrung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands der prioritären natürlichen Lebensraumtypen und der prioritären Arten in den betreffenden Gebieten wesentlich sind, und ermittelt die Gesamtkosten dieser Maßnahmen.

    (3) Die Kommission ermittelt im Benehmen mit den betreffenden Mitgliedstaaten die für die Durchführung der Maßnahmen nach Absatz 2 erforderliche Finanzierung einschließlich der finanziellen Beteiligung der Gemeinschaft; dabei berücksichtigt sie unter anderem die Konzentration der prioritären natürlichen Lebensraumtypen und/oder prioritären Arten im Hoheitsgebiet des Mitgliedstaats und die Belastung jedes Mitgliedstaats durch die erforderlichen Maßnahmen.

    (4) Entsprechend der Schätzung nach den Absätzen 2 und 3 legt die Kommission unter Berücksichtigung der nach den einschlägigen Gemeinschaftsinstrumenten verfügbaren Finanzmittel gemäß dem Verfahren des Artikels 21 einen prioritären Aktionsrahmen von Maßnahmen fest, die eine finanzielle Beteiligung umfassen und zu treffen sind, wenn das Gebiet gemäß Artikel 4 Absatz 4 ausgewiesen worden ist.

    (5) Maßnahmen, die mangels ausreichender Mittel in dem vorgenannten Aktionsrahmen nicht berücksichtigt worden sind bzw. in diesen Aktionsrahmen aufgenommen wurden, für die die erforderliche finanzielle Beteiligung jedoch nicht oder nur teilweise vorgesehen wurde, werden nach dem Verfahren des Artikels 21 im Rahmen der alle zwei Jahre erfolgenden Überprüfung des Aktionsrahmens erneut geprüft und können bis dahin von den Mitgliedstaaten zurückgestellt werden. Bei dieser Überprüfung wird gegebenenfalls der neuen Situation in dem betreffenden Gebiet Rechnung getragen.

    (6) In Gebieten, in denen von einer finanziellen Beteiligung abhängige Maßnahmen zurückgestellt werden, sehen die Mitgliedstaaten von neuen Maßnahmen ab, die zu einer Verschlechterung des Zustands dieser Gebiete führen können.

     

    Artikel 9

    Die Kommission beurteilt im Rahmen des Verfahrens nach Artikel 21 in regelmäßigen Zeitabständen den Beitrag von Natura 2000 zur Verwirklichung der in den Artikel 2 und 3 genannten Ziele. In diesem Zusammenhang kann die Aufhebung der Klassifizierung als besonderes Schutzgebiet in den Fällen erwogen werden, in denen die gemäß Artikel 11 beobachtete natürliche Entwicklung dies rechtfertigt.

     

    Artikel 10

    Die Mitgliedstaaten werden sich dort, wo sie dies im Rahmen ihrer Landnutzungs- und Entwicklungspolitik, insbesondere zur Verbesserung der ökologischen Kohärenz von Natura 2000, für erforderlich halten, bemühen, die Pflege von Landschaftselementen, die von ausschlaggebender Bedeutung für wildlebende Tiere und Pflanzen sind, zu fördern.

    Hierbei handelt es sich um Landschaftselemente, die aufgrund ihrer linearen, fortlaufenden Struktur (z.B. Flüsse mit ihren Ufern oder herkömmlichen Feldrainen) oder ihrer Vernetzungsfunktion (z.B. Teiche oder Gehölze) für die Wanderung, die geographische Verbreitung und den genetischen Austausch wildlebender Arten wesentlich sind.

     

    Artikel 11

    Die Mitgliedsstaaten überwachen den Erhaltungszustand der in Artikel 2 genannten Arten und Lebensräume, wobei sie die prioritären natürlichen Lebensraumtypen und die prioritären Arten besonders berücksichtigen.

    Artenschutz

     

    Artikel 12

    (1) Die Mitgliedstaaten treffen die notwendigen Maßnahmen, um ein strenges Schutzsystem für die in Anhang IV Buchstabe a) genannten Tierarten in deren natürlichen Verbreitungsgebieten einzuführen; dieses verbietet:

    a) alle absichtlichen Formen des Fangs oder der Tötung von aus der Natur entnommenen Exemplaren dieser Arten;

    b) jede absichtliche Störung dieser Arten, insbesondere während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten;

    c) jede absichtliche Zerstörung oder Entnahme von Eiern aus der Natur:

    d) jede Beschädigung oder Vernichtung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten.

  3. Für diese Arten verbieten die Mitgliedstaaten Besitz, Transport, Handel oder Austausch und Angebot zum Verkauf oder Austausch von aus der Natur entnommenen Exemplaren; vor Beginn der Anwendbarkeit dieser Richtlinie rechtmäßig entnommene Exemplare sind hiervon ausgenommen.
  4. (3) Die Verbote nach Absatz 1 Buchstabe a) und b) sowie nach Absatz 2 gelten für alle Lebensstadien der Tiere im Sinne dieses Artikels.

    (4) Die Mitgliedsstaaten führen ein System zur fortlaufenden Überwachung des unbeabsichtigten Fangs oder Tötens der in Anhang IV Buchstabe a) genannten Tierarten ein. Anhand der gesammelten Informationen leiten die Mitgliedstaaten diejenigen weiteren Untersuchungs- oder Erhaltungsmaßnahmen ein, die erforderlich sind, um sicherzustellen, daß der unbeabsichtigte Fang oder das unbeabsichtigteTöten keine signifikanten negativen Auswirkungen auf die betreffenden Arten haben.

     

    Artikel 13

    (1) Die Mitgliedstaaten ergreifen die erforderlichen Maßnahmen, um ein striktes Schutzsystem für die in Anhang IV Buchstabe b) angegebenen Pflanzenarten aufzubauen, das folgendes verbietet:

    a) absichtliches Pflücken, Sammeln, Abschneiden, Ausgraben oder Vernichten von Exemplaren solcher Pflanzen in deren Verbreitungsräume in der Natur;

    b) Besitz, Transport, Handel oder Austausch und Angebot zum Verkauf oder zum Austausch von aus der Natur entnommenen Exemplaren solcher Pflanzen; vor Beginn der Anwendbarkeit dieser Richtlinie rechtmäßig entnommene Exemplare sind hiervon ausgenommen.

  5. Die Verbote nach Absatz 1 Buchstabe a) und b) gelten für alle Lebensstadien der Pflanzen im Sinne dieses Artikels.

 

Artikel 14

(1) Die Mitgliedstaaten treffen, sofern sie es aufgrund der Überwachung gemäß Artikel II für erforderlich halten, die notwendigen Maßnahmen, damit die Entnahme aus der Natur von Exemplaren der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten des Anhangs V sowie deren Nutzung mit der Aufrechterhaltung eines günstigen Erhaltungszustands vereinbar sind.

(2) Werden derartige Maßnahmen für erforderlich gehalten, so müssen sie die Fortsetzung der Überwachung gemäß Artikel II beinhalten. Außerdem können sie insbesondere folgendes umfassen:

- Vorschriften bezüglich des Zugangs zu bestimmten Bereichen;

- das zeitlich oder örtlich begrenzte Verbot der Entnahme von Exemplaren aus der Natur und der Nutzung bestimmter Populationen;

- die Regelung der Entnahmeperioden und/oder -formen;

- die Einhaltung von dem Erhaltungsbedarf derartiger Populationen Rechnungen tragenden waidmännischen oder fischereilichen Regeln bei der Entnahme von Exemplaren;

- die Einführung eines Systems von Genehmigungen für die Entnahme oder von Quoten;

- die Regelung von Kauf, Verkauf, Feilhalten, Besitz oder Transport zwecks Verkauf der Exemplare;

- das Züchten in Gefangenschaft von Tierarten sowie die künstliche Vermehrung von Pflanzenarten unter streng kontrollierten Bedingungen, um die Entnahme von Exemplaren aus der Natur zu verringern;

- die Beurteilung der Auswirkungen der ergriffenen Maßnahmen.

 

Artikel 15

In bezug auf den Fang oder das Töten der in Anhang V Buchstabe a) genannten wildlebenden Tierarten sowie in den Fällen, in denen Ausnahmen gemäß Artikel 16 für die Entnahme, den Fang oder die Tötung der in Anhang IV Buchstabe a) genannten Arten gemacht werden, verbieten die Mitgliedstaaten den Gebrauch aller nichtselektiven Geräte, durch die das örtliche Verschwinden von Populationen dieser Tierarten hervorgerufen werden könnte oder sie schwer gestört werden könnten, insbesondere

a) den Gebrauch der in Anhang VI Buchstabe a) genannten Fang und Tötungsgeräte;

b) jede Form des Fangs oder Tötens mittels der in Anhang VI Buchstabe b) genannten Transportmittel.

 

Artikel 16

(1) Sofern es keine anderweitige zufriedenstellende Lösung gibt und unter der Bedingung, daß die Populationen der betroffenen Art in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet trotz der Ausnahmeregelung ohne Beeinträchtigung in einem günstigen Erhaltungszustand verweilen, können die Mitgliedstaaten von den Bestimmungen der Artikel 12, 13 und 14 sowie des Artikels 15 Buchstaben a) und b) im folgenden Sinne abweichen:

a) zum Schutz der wildlebenden Tiere und Pflanzen und zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume;

b) zur Verhütung ernster Schäden insbesondere an Kulturen und in der Tierhaltung sowie an Wäldern, Fischgründen und Gewässern sowie an sonstigen Formen von Eigentum;

c) im Interesse der Volksgesundheit und der öffentlichen Sicherheit oder aus anderen zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses, einschließlich solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art oder positiver Folgen für die Umwelt;

d) zu Zwecken der Forschung und des Unterrichts, der Bestandsauffüllung und Wiederansiedlung und der für diese Zwecke erforderlichen Aufzucht, einschließlich der künstlichen Vermehrung von Pflanzen;

e) um unter strenger Kontrolle, selektiv und in beschränktem Ausmaß die Entnahme oder Haltung einer begrenzten und von den zuständigen einzelstaatlichen Behörden spezifizierten Anzahl von Exemplaren bestimmter Tier- und Pflanzenarten des Anhangs IV zu erlauben.

(2) Die Mitgliedstaaten legen der Kommission alle zwei Jahre einen mit dem vom Ausschuß festgelegten Modell übereinstimmenden Bericht über die nach Absatz 1 genehmigten Ausnahmen vor. Die Kommission nimmt zu diesen Ausnahmen binnen zwölf Monaten nach Erhalt des Berichts Stellung und unterrichtet darüber den Ausschuß.

(3) In den Berichten ist folgendes anzugeben:

a) die Arten, für die die Ausnahmeregelung gilt und der Grund der Ausnahme, einschließlich der Art der Risiken sowie gegebenenfalls der verworfenen Alternativlösungen und der benutzten wissenschaftlichen Daten;

b) die für Fang oder Tötung von Tieren zugelassenen Mittel, Einrichtungen oder Methoden und die Gründe für ihren Gebrauch;

c) die zeitlichen und örtlichen Umstände der Ausnahmegenehmigungen;

d) die Behörde, die befugt ist, zu erklären, daß die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind, bzw. zu kontrollieren, ob sie erfüllt sind, und die beschließen kann, welche Mittel, Einrichtungen oder Methoden innerhalb welcher Grenzen und von welchen Stellen verwendet werden dürfen sowie welche Personen mit der Durchführung betraut werden;

e) die angewandten Kontrollmaßnahmen und die erzielten Ergebnisse.

 

 

Information

 

Artikel 17

(1) Alle sechs Jahre nach Ablauf der in Artikel 23 vorgesehenen Frist erstellen die Mitgliedstaaten einen Bericht über die Durchführung der im Rahmen dieser Richtlinie durchgeführten Maßnahmen. Dieser Bericht enthält insbesondere Informationen über die in Artikel 6 Absatz 1 genannten Erhaltungsmaßnahmen sowie die Bewertung der Auswirkungen dieser Maßnahmen auf den Erhaltungszustand der Lebensraumtypen des Anhangs I und der Arten des Anhangs II sowie die wichtigsten Ergebnisse der in Artikel 11 genannten Überwachung. Dieser Bericht, dessen Form mit dem vom Ausschuß aufgestellten Modell übereinstimmt, wird der Kommission übermittelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

(2) Die Kommission arbeitet auf der Grundlage der in Absatz 1 erwähnten Berichte einen zusammenfassenden Bericht aus. Dieseer Bericht enthält eine zweckdienliche Bewertung der erzielten Fortschritte, insbesondere des Beitrags von Natura 2000 zur Verwirklichung der in Artikel 3 aufgeführten Ziele. Der Teil des Berichtsentwurfs, der die von einem Mitgliedstaat übermittelten Informationen betrifft, wird den Behörden des betreffenden Mitgliedstaates zur Überprüfung unterbreitet. Die endgültige Fassung des Berichts wird zunächst dem Ausschuß unterbreitet und wird spätestens zwei Jahre nach Vorlage der Berichte gemäß Absatz 1 sowie des Kommissionsberichts veröffentlicht und den Mitgliedstaaten dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß zugeleitet.

(3) Die Mitgliedstaaten können die nach dieser Richtlinie ausgewiesenen Gebiete durch vom Ausschuß eigens hierzu erarbeitete Gemeinschaftsschilder kennzeichnen.

 

 

Forschung

 

Artikel 18

 

(1)Die Mitgliedstaaten und die Kommission fördern die erforderliche Forschung und die notwendigen wissenschaftlichen Arbeiten im Hinblick auf die Ziele nach Artikel 2 und die Verpflichtung nach Artikel 11. Sie tauschen Informationen aus im Hinblick auf eine gute Koordinierung der Forschung auf den Ebenen der Mitgliedstaaten und der Gemeinschaft.

(2) Besondere Aufmerksamkeit wird den wissenschaftlichen Arbeiten gewidmet, die zur Durchführung der Artikel 4 und 10 erforderlich sind, die grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der Forschung wird gefördert.

 

 

Verfahren zur Änderung der Anhänge

 

Artikel 10

Die Änderungen, die zur Anpassung der Anhänge I,II,III,V und VI an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt erforderlich sind, werden vom Rat auf Vorschlag der Kommission mit qualifizierter Mehrheit beschlossen.

Die Änderungen, die zur Anpassung des Anhangs IV an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt erforderlich sind, werden vom Rat auf Vorschlag der Kommission einstimmig beschlossen.

 

 

Ausschuß

 

Artikel 20

 

Die Kommission wird von einem Ausschuß unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem ein Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.

 

Artikel 21

(1) Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden Maß0nahmen. Der Ausschuß gibt seine Stellungnahme zu diesem Entwurf innerhalb einer Frist ab, die der Vorsitzende unter Berücksichtigung der Dringlichkeit der betreffenden Frage festsetzen kann. Die Stellungnahme wird mit der Mehrheit abgegeben, die in Artikel 148 Absatz 2 des Vertrages für die Annahme der vom Rat auf Vorschlag der Kommission zu fassenden Beschlüsse vorgesehen ist. Bei der Bestimmung im Ausschuß werden die Stimmen der Vertreter der Mitgliedstaaten gemäß dem vorgenannten Artikel gewogen. Der Vorsitzende nimmt an der Abstimmung nicht teil.

(2) Die Kommission erläßt die beabsichtigten Maßnahmen, wenn sie mit der Stellungnahme des Ausschusses übereinstimmen.

Stimmen die beabsichtigten Maßnahmen mit der Stellungnahme des Ausschusses nicht überein oder liegt keine Stellungnahme vor, so unterbreitet die Kommission dem Rat unverzüglich einen Vorschlag für die zu treffenden Maßnahmen. Der Rat beschließt mit qualifizierter Mehrheit.

Hat der Rat nach Ablauf einer Frist von drei Monaten seit Befassen des Rates keinen Beschluß gefaßt, so werden die vorgeschlagenen Maßnahmen von der Kommission erlassen.

 

 

Ergänzende Bestimmungen

 

Artikel 22

Bei der Ausführung der Bestimmungen dieser Richtlinie gehen die Mitgliedstaaten wie folgt vor:

a) Sie prüfen die Zweckdienlichkeit einer Wiederansiedlung von in ihrem Hoheitsgebiet heimischen Arten des Anhangs IV, wenn diese Maßnahme zu deren Erhaltung beitragen könnte, vorausgesetzt, eine Untersuchung hat unter Berücksichtigung unter anderem der Erfahrungen der anderen Mitgliedstaaten oder anderer Betroffener ergeben, daß eine solche Wiederansiedlung wirksam zur Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der betreffenden Arten beiträgt, und die Wiederansiedlung erfolgt erst nach entsprechender Konsultierung der betroffenen Bevölkerungskreise;

b) sie sorgen dafür, daß die absichtliche Ansiedlung in der Natur einer in ihrem Hoheitsgebiet nicht heimischer Art so geregelt wird, daß weder die natürlichen Lebensräume in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet noch die einheimischen wildlebenden Tier- und Pflanzenarten geschädigt werden; falls sie es für notwendig erachten, verbieten sie eine solche Ansiedlung. Die Ergebnisse der Bewertungsstudien werden dem Ausschuß zur Unterrichtung mitgeteilt;

c)sie fördern erzieherische Maßnahmen und die allgemeine Information in bezug auf die Notwendigkeit des Schutzes der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten und der Erhaltung ihrer Habitate sowie natürlichen Lebensräume.

 

 

Schlußbestimmungen

 

Artikel 23

(1) Die Mitgliedstaaten erlassen die erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften, um dieser Richtlinie binnen zwei Jahren nach ihrer Bekanntgabe nachzukommen. Sie setzen die Kommission unverzüglich davon in Kenntnis.

(2) Wenn die Mitgliedstaaten Vorschriften nach Absatz 1 erlassen, nehmen sie in den Vorschriften selbst oder durch einen Hinweis bei der amtlichen Veröffentlichung auf diese Richtlinie Bezug. Die Mitgliedstaaten regeln die Einzelheiten der Bezugnahme.

(3) Die Mitgliedstaaten teilen der Kommission den Wortlaut der wichtigsten innerstaatlichen Rechtsvorschriften mit, die sie auf dem unter diese Richtlinie fallenden Gebiet erlassen.

 

Artikel 24

Diese Richtlinie ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.

 

 

ANHANG 1

Natürliche Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen

 

Auslegung

 

Code: Die hierarchische Einstufung der Lebensräume im Rahmen des Programms CORINE X (CORINE BIOTOPE) stellt für diesen Anhang die Bezugsgrundlage dar. Die meisten genannten Typen eines natürlichen Lebensraums sind vom entsprechenden CORINE-Code begleitet, der im "Technical Handbook, Band 1, Seiten 73 - 109, CORINE/BIOTOPE/89/2.2, 19, May 1988, partially updated, February 14, 1998", aufgeführt ist.

Das Zeichen "x", das Codizes kombiniert, bezeichnet Typen von Lebensräumen, wenn sie assoziiert sind, z. B.: 35,2 x 64,2 - offene Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis(35,2) kontinentaleDünen (64,1).

Das Zeichen "*" bedeutet: prioritäre Lebenraumtypen.

 

 

LEBENSRÄUME IN KÜSTENBEREICHEN UND HALOPHYTISCHE VEGETATIONEN

Meergewässer und Gezeitenzonen

11.25 Sandbänke mit nur schwacher ständiger Überspülung durch Meerwasser

11.34 *Posidonia - Seegraswiesen

13.2 Ästuarien

14 Vegetationsfreies Schlick-, Sand- und Mischwatt

21 * Lagunen (Standseen)

- Fläche große Meeresarme und -buchten (Flachwasserzonen und Seegraswiesen)

- Riffe

- Lebensräume, die durch Gasemissionen in flachen Gewässern gekennzeichnet sind

 

Felsenküsten und Kiesstrände

17.2 Einjährige Spülsäume

17.3 Mehrjährige Vegetation der Kiesstrände

18.21 Atlantik-Felsenküsten und Ostsee-Fels- und -steilküsten mit Vegetation

18.22 Mittelmeer-Felsenküsten mit Vegetation (mit endemischen Limonium-Arten)

18.23 Makaronesische Felsenküsten mit Vegetation (endemische Flora dieser Küsten)

 

Atlantische Salzsümpfe und -wiesen sowie Salzsümpfe und -wiesen im Binnenland

15.11 Einjährige Vegetation mit Salicornia und sonstiger Vegetation auf Schlamm und Sand (Quellerwatt)

15.12 Schlickgrasbestände (Spartinion)

15.13 Atlantische Salzwiesen (Glauco-Puccinellietalia)

15.14 *Salzwiesen im Binnenland (Puccinellietalia distantis)

 

Salzsümpfe und -wiesen des Mittelmeeres und des gemäßigten Atlantiks

15.15 Mittelmeerische Salzwiesen (Juncetalia maritimi)

15.16 Quellerwatten des Mittelmeer- und gemäßigten atlantischen Raums (Arthrocnemetalia fructicosae)

15.17 Halo nitrophile iberische Dickichte (Pegano-Salsoletea)

 

Halophile und gypsophile Binnenlandsteppen

15.18 *Salzsteppen (Limonietalia)

15.19 *Gipssteppen (Gypsophiletalia)

 

 

DÜNEN AN MEERESKÜSTEN UND IM BINNENLAND

 

Dünen an den Küsten des Atlantiks sowie der Nord- und der Ostsee

16.211 Primärdünen

16.212 Weißdünen mit Strandhafer (Ammophila arenaria)

16.221 bis 16.227 * Graudünen mit krautiger Vegetation

16.221 Galio-Koelerion albescentis

16.222 Euphorbio-Helichrysion

16.223 Crucianellion maritimae

16.224 Euphorbia terracina

16.225 Mesobromion

16.226 Trifolio-Geranietea sanguinei, Galio maritimi-Geranion sanguinei

16.227 Thero-Airion, Botrychio-Polygaletum, Tuberarion guttatae

16.23 Entkalkte Dünen mit Empetrum nigrum (Braundünen)

16.24 Feste entkalkte Dünen der eu-atlantischen Zone (Calluno-Ulicetea)

16.25 Dünengebüsche mit Hyppophae rhamnoides

16.26 Dünen mit Salix arenaria

16.29 Bewaldete Bereiche der Atlantikküste

16.31 bis 16.35 Feuchte Dünentäler

1. A Machair (* in Irland auftretende Machair)

 

Dünen an Mittelmeerküsten

16.223 Feste Dünen im Küstenbereich mit Crucianellion maritimae

16.224 Dünen mit Euphorbia terracina

16.228 Dünenvegetation mit Malcolimietalia

16.229 Dünenrasen mit Brachypodietalia und einjähriger Vegetation

16.27 *Dickichte des Küstenbereichs mit Wacholder (Juniperus spp.)

16.28 Dünen mit Hartlaubgebüsch (Cisto-Lavenduletalia)

16.29 x 42.8 * Dünenwalder mit Pinus pinea und/oder Pinus pinaster

 

Dünen im Binnenland, alt und kalkarm

64.1 x 31.223 Sandheiden mit Calluna und Genista

64.1x31.227 Sandheiden mit Calluna und Empetrum nigrum

64.1x35.2 Offene Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis auf Binnendünen

 

 

SÜSSWASSERLEBENSRÄUME

Stehende Gewässer (Teiche, Seen)

22.11x 22.31 Oligotrophe und sehr schwach mineralische Gewässer der Sandebenen des Atlantiks mit amphibischer Vegetation mit Lobelia, Littorelia und Isoetes

22.11x22.34 Oligotrophe und sehr schwach mineralische Gewässer der Sandebenen des westlichen Mittelmeers mit Isoetes

22.12x(22.31 und 22.32) Mesotrophe Gewässer des mitteleuropäischen und perialpinen Raumes mit Zwergbinsen-Floren oder zeitweilige Vegetation trockenfallender Ufer (Nanocyperetalia)

22.12x22.44 Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit benthischer Vegetation mit Armleuchteralgenbeständen Characeae

22.13 Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation vom Typ Magnopotamion oder Hydrocharition

22.14 Dystrophe Seen

22.34 *Mediterrane Pfühle, die im Sommer trockenliegen

- *Turloughs (Irland)

 

Fließgewässer

Abschnitte von Wasserläufen mit natürlicher bzw. naturnaher Dynamik (kleine, mittlere und große Betten), deren Wasserqualität keine nennenswerte Beeinträchtigung aufweist

24.221 u. 24.222 Alpine Flüsse und ihre krautige Ufervegetation

24.223 Alpine Flüsse und ihre Ufervegetation mit Myricaria germanica

24.224 Alpine Flüsse und ihre Ufergehölze mit Salix eleagnos

24.225 Ständig fließende mediterrane Flüsse mit Glaucium flavum

24.4 Unterwasservegetation in Fließgewässern der Submontanstufe und der Ebene

24.52 Chenopodietum rubri von submontanen Fließgewässern

24.53 Ständig fließende mediterrane Flüsse: Paspalo-Agrostidion und hängende Ufervegetation mit Weiden und Populus alba

  • nicht ständig fließende mediterrane Flüsse

 

 

GEMÄSSIGTE HEIDE-UND BUSCHVEGETATION

31.11 Feuchte Heidegebiete des nordatlantischen Raumes mit Erica tetralix

31.12 *Feuchte Heide des südatlantischen Raumes mit Erica ciliaris und Erica tetralix

31.2 *Trockene Heidegebiete (alle Untertypen)

31.234 *Trockene Heidegebiete an der Küste mit Erica vagans und Ulex maritimus

31.3 *Endemische makaronesische trockene Heidevegetation

31.4 Alpine uns Subalpine Heidegebiete

31.5 *Buschvegetation mit Pinus mugo und Rhododendron hirsutum (Mugo-Rhododenretum hirsuit)

31.622 Subarktisches Weidengebüsch

31.7 Oromediterrane endemische Heidegebiete mit Stechginster

 

 

 

HARTLAUBGEBÜSCHE (MATORRALIS)

Submediterran und gemäßigt

31.82 Stabile Formationen von Buxus sempervirens an kalkreichen Felsabhängen (Berberidion p.)

31.842 Formationen von Genista purgans in Berggebieten

31.88 Formationen von Juniperus communis auf Kalkheiden und -rasen

31.89 *Formationen von Cistus palhinae auf maritimen Heidegebieten (Junipero-Cistetum palhinhae)

 

Baumbestandene Matorrals im Mittelmeerraum

32.131 bis 32.135 Ginsterformationen

32.17 *Matorrals mit Zyziphus

32.18 *Matorrals mit Laurus nobilis

 

Thermo-mediterrane Gebüschformationen und Vorsteppen

32.216 Lorbeer-Niederwald

32217 Niedrige Euphorbia-Formationen in der Nähe von Felsen

32.22 bis 32.26 Sämtliche Typen

 

Phrygane

33.1 Phrygane mit Astragalo-Plantaginetum subulatae

33.3 Phrygane mit Sarcopoterium spinosum

33.4 Formationen auf Kreta (Euphorbieto-Verbascion)

 

 

NATÜRLICHES UND NATURNAHES GRASLAND

Natürliches Grasland

34.11 *Lückige Kalk-Pionierrasen (Alysso-Sedion albi)

34.12 Subkontinentale Blauschillergrasrasen (Koelerion glaucae)

34.2 Schwermetallrasen (Violion calaminariae)

36.314 Grasland auf Silikatsubstraten in den Pyrenäen mit Festuca eskia

36.32 Boreo-alpines Grasland auf Silikatsubstraten

36.36 Iberisches Grasland auf Silikatböden mit Festuca indigesta

36.41 bis 36.45 Alpine Kalkrasen

36.5 Orophiles makaronesisches Grasland

 

Naturnahes trockenes Grasland und teilweise verbuschtes Grasland

34.31 bis 34.3 *Trespen-Schwingel-Kalk Trockenrasen (Festuco-Brometalia)

(besondere Bestände mit bemerkenswerten Orchideen)

34.5 *Mediterrane Trockenrasen (Thero-Brachyodietea)

35.1 *Borstgrasrasen montan (und submontan auf dem europäischen Festland) (Eu-Nardion)

 

Als Weideland genutzte Hartlaubwälder (Dehesas in Spanien)

32.11 Mit Quercus suber und/oder Quercus ilex

 

Naturnahes feuchtes Grasland mit hohen Gräsern

37.31 Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden und Lehmboden (Eu-Molinion)

37.4 Mediterranes Grasland mit hohen Gräsern und Binsen (Molinion-Holoschoenion)

37.7 und 37.8 Feuchte Hochstaudenfluren

- Brenndolden-Auenwiesen (Cnidion venosae)

 

Mesophiles Grasland

38.2 Magere Flachland-Mähwiesen (alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)

38.3 Berg-Mähwiesen (Typen britischer Ausprägung mit Geranium salvaticum)

 

 

HOCH UND NIEDERMOORE

Saure Moore mit Sphagnum

51.1 *Naturnahe lebende Hochmoore

51.2 Geschädigte Hochmoore

(die möglicherweise noch auf natürlichem Wege regenerierbar sind)

52.1 und 52.2 Flächenmoore (*lediglich aktive Moore)

54.5 Übergangs- und Schwingrasenmoore

54.6 Niederungen mit Torfmoorsubstraten (Rhynchosporion)

 

Kalkreiche Niedermoore

53.3 *Kalkreiche Sümpfe mit Cladium mariscus und Carex davalliana

54.12 * Kalktuffquellen (Cratoneurion)

54.2 Kalkreiche Niedermoore

54.3 * Alpine Pionierformationen mit Caricion bicoloris-atrofuscae

 

 

FELSIGE LEBENSRÄUME UND HÖHLEN

Geröll und Schutthalden

61.1 Silikatschutthalden

61.2 Kalk- und Schieferschutthalden

61.3 Schutthalden im westlichen Mittelmeer- und thermophile Schutthalden in den Alpen

61.4 Schutthalden im Balkanraum

61.5 Kieselhaltige Schutthalden in Mitteleuropa

61.6 *Kalkhaltige Schutthalden in Mitteleuropa

 

Felsen mit ihrer Vegetation

62.1 und 62.1A Kalkhaltige Untertypen

62.2 Kieselhaltige Untertypen

62.3 Pionierrasen auf Felsenkuppen

62.4 *Nackter kalkreicher Fels

 

Andere felsige Lebensräume

65 Nicht touristisch erschlossene Höhlen

- Lavafelder und natürliche Höhlen

- Unter oder teilweise unter Wasser liegende Meereshöhlen

- Permanente Gletscher

 

 

WÄLDER

Naturnahe und natürliche Wälder mit einheimischen Arten im Hochwaldstadium einschließlich Mittelwald mit typischem Unterholz, die den nachstehenden Kriterien entsprechen: selten oder Restbestände und/oder Vorkommen von Arten von gemeinschaftlichem Interesse

 

Wälder des gemäßigten Europa

41.11 Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum)

41.12 Epiphytenreicher Buchenwald mit Stechpalme und Eibe (Ilici-Fagion)

41.13 Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum)

41.15 Subalpiner Buchenwald mit Ahorn und Bergampfer

41.16 Orchideen-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion)

41.24 Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (Stellario-Carpinetum)

41.26 Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (Galio-Carpinetum)

41.4 *Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion)

41.51 Alte bodensaure Eichenwälder mit Quercus robur auf Sandebenen

41.53 Eichenwälder mit Stechpalme und Rippenfarn auf den Britischen Inseln

41.86 Eschenwälder mit Fraxinus angustifolia

42.51 *Kaledonische Wälder

44.A1 -44.A4 *Moorwälder

44.3 *Restbestände von Erlen und Eschenwäldern an Fließgewässern (Alnion glutinoso-incanae)

    1. Eichen-, Ulmen, Eschen-Mischwälder am Ufer großer Flüsse

 

Sommergrüne mediterrane Laubwälder

41.181 *Buchenwälder der Apenninen mit Taxus und Ilex

41.184 *Buchenwald der Apenninen mit Abies alba und Buchenwald mit Abies nebrodensis

41.6 Galizisch-portugiesische Eichenwälder mit Quercus robur und Quercus pyrenaica

41.77 Eichenwälder mit Quercus faginea (Iberische Halbinsel)

41.85 Eichenwälder mit Quercus troiana (Italien, Griechenland)

41.9 Kastanienwälder

41.1A x 42.17 Griechische Buchenwälder mit Abies borisii regis

41.1B Buchenwälder mit Quercus frainetto

42.A1 Zypressenwälder (Acero-Cupression)

44.17 Galeriewald mit Salix alba und Populus alba

44.52 Ufer- Formationen an nicht ständig fließenden

mediterranen Flüssen mit Rhododendron ponticum, Salix und sonstiger Vegetation

44.7 Östliche Platanenwälder (Platanion orientalis)

    1. Thermo-mediterrane (Nerio-Tamaricetea) und südwest-iberische (Securinegion tinctoriae)

Ufergaleriewälder

 

Mediterrane Hartlaubwälder

41.7C Kretische Wälder mit Quercus brachyphylla

45.1 *Wälder mit Olea und Ceratonia

45.2 Wälder mit Quercus suber

45.3 Wälder mit Quercus ilex

45.5 Wälder mit Quercus macrolepis

45.61 bis 45.63 *Makaronesische Loorbeerwälder (Laurus, Octea)

45.7 *Palmhaine von Phoenix

45.8 Wälder aus Ilex aquifolium

 

Montane und subalpine Nadelwälder

42.21 bis 42.23 Bodensaure Fichtenwälder (Vaccinio-Piceetea)

42.31 und 42.32 Alpiner Lärchen-Arvenwald

42.4 Bergkiefern- (oder Spirken-)Wälder (*auf Gips- oder Kalksubstrat)

 

Mediterrane Bergnadelwälder

42.14 *Tannenwald des Apennins mit Abies alba und Picea excelsa

42.19 Tannenwald mit Abies pinsapo

42.61 bis 42.66 *Mediterrane Kiefernwälder mit endemischen Schwarzkiefern

42.8 Mediterrane Pinienwälder mit endemischen Kiefern, einschließlich Pinus mugo und Pinus leucodermis

42.9 Makaronesischer Kiefernwald (endemisch)

42.A2 bis 42.A5 und 42.A8 * Endemische mediterrane Wälder mit Juniperus spp.

42.A6 *Wälder mit Tetraclinis articulata (Andalusien)

42.A71 bis 42.A73 *Wälder mit Taxus baccata

 

ANHANG II

Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung

besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen

- Eingabe erfolgt in Kürze -

 

 

ANHANG III

Kriterien zur Auswahl der Gebiete, die als Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung bestimmt und als besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden könnten

PHASE 1: Für jeden natürlichen Lebensraumtyp des Anhang I und jede Art des Anhangs II (einschließlich der prioritären natürlichen Lebensraumtypen und der prioritären Arten) auf nationaler Ebene vorzunehmende Beurteilung der relativen Bedeutung der Gebiete

A. Kriterien zur Beurteilung der Bedeutung des Gebietes für einen natürlichen Lebensraumtyp des Anhangs I

a) Repräsentativitätsgrad des in diesem Gebiet vorkommenden natürlichen Lebensraumtyps.

b) Vom natürlichen Lebensraumtyp eingenommene Fläche im Vergleich zur Gesamtfläche des betreffenden Lebensraumtyps im gesamten Hoheitsgebiet des Staates.

c) Erhaltungsgrad der Struktur und der Funktionen des betreffenden natürlichen Lebensraumtyps und Wiederherstellungsmöglichkeit.

d) Gesamtbeurteilung des Wertes des Gebietes für die Erhaltung des betreffenden natürlichen Lebensraumtyps.

B. Kriterien zur Beurteilung des Gebiets für eine gegebene Art des Anhangs II

a) Populationsgröße und -dichte der betreffenden Art in diesem Gebiet im Vergleich zu den Populationen im ganzen Land.

b) Erhaltungsgrad der für die betreffende Art wichtigen Habitatselemente und Wiederherstellungsmöglichkeit.

c) Isolierungsgrad der in diesem Gebiet vorkommenden Population im Vergleich zum natürlichen Verbreitungsgebiet der jeweiligen Art.

d) Gesamtbeurteilung des Wertes des Gebietes für die Erhaltung der betreffenden Art.

C. Anhand dieser Kriterien stufen die Mitgliedstaaten die Gebiete, die sie mit der nationalen Liste vorschlagen, als Gebiete ein, die aufgrund ihres relativen Werts für die Erhaltung jedes/jeder der in Anhang I bzw. II genannten natürlichen Lebensraumtypen bzw. Arten als Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung bestimmt werden könnten.

D. In dieser Liste werden die Gebiete aufgeführt, die die prioritären natürlichen Lebensraumtypen und Arten beherbergen, die von den Mitgliedstaaten anhand der Kriterien der Abschnitte A und B ausgewählt wurden.

PHASE 2: Beurteilung der gemeinschaftlichen Bedeutung der in den nationalen Listen enthaltenen Gebiete

1. Alle von den Mitgliedstaaten in Phase 1 ermittelten Gebiete, die prioritäre natürliche Lebensraumtypen bzw. Arten beherbergen, werden als Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung betrachtet.

2. Bei der Beurteilung der Bedeutung der anderen in die Listen der Mitgliedstaaten aufgenommenen Gebiete für die Gemeinschaft, d. h. ihres Beitrags zur Wahrung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands eines natürlichen Lebensraums des Anhang I oder einer Art des Anhang II bzw. ihres Beitrags zur Kohärenz von Natura 2000, werden folgende Kriterien angewandt:

a) relativer Wert des Gebietes auf nationaler Ebene;

b) geographische Lage des Gebietes in bezug auf die Zuwege von Arten des Anhangs II sowie etwaige Zugehörigkeit zu einem zusammenhängenden Ökosystem beiderseits einer oder mehrerer Grenzen innerhalb der Gemeinschaft;

c) Gesamtfläche des Gebietes;

d) Zahl der in diesem Gebiet vorkommenden natürlichen Lebensraumtypen des Anhangs I und der Arten des Anhangs II;

e) ökologischer Gesamtwert des Gebietes für die betroffene(n) biogeographische(n) Region(en) und/oder für das gesamte Hoheitsgebiet nach Artikel 2, sowohl aufgrund der Eigenart oder Einzigartigkeit seiner Komponenten als auch aufgrund von deren Zusammenwirken.

 

 

ANHANG IV

Streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse

- Eingabe erfolgt in Kürze

 

ANHANG V

Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, deren Entnahme aus der Natur und Nutzung Gegenstand von Verwaltungsmaßnahmen sein können

- Eingabe erfolgt in Kürze

 

 

 

ANHANG VI

Verbotene Methoden und Mittel des Fangs, der Tötung und Beförderung

a) Nicht-selektive Mittel

SÄUGETIERE

-als Lockmittel verwendete geblendete oder verstümmelte lebende Tiere

-Tonbandgeräte

- Elektrische und elektronische Vorrichtungen, die töten oder betäuben können

-Künstliche Lichtquellen

-Spiegel oder sonstige Vorrichtungen zum Blenden

-Vorrichtungen zur Beleuchtung von Zielen

-Visiervorrichtungen für das Schießen bei Nacht mit elektronischem Bildverstärker oder Bildumwandler

-Sprengstoffe

-Netze, die grundsätzlich oder nach ihren Anwendungsbedingungen nicht selektiv sind

-Fallen, die grundsätzlich oder nach ihren Anwendungsbedingungen nicht selektiv sind

- Armbrüste

-Gift und vergiftete oder betäubende Köder

-Begasen oder Ausräuchern

-Halbautomatische oder automatische Waffen, deren Magazin mehr als zwei Patronen aufnehmen kann

FISCHE

- Gift

- Sprengstoffe

 

b) Transportmittel

- Flugzeuge

- Fahrende Kraftfahrzeuge