Land[wirt]schaft 2025 -- Perspektiven für den ländlichen Raum

Oberseminar Umwelt- und Raumplanung im Wintersemenster 2004/05, Pflichtbereich ,,Umwelt- und Landschaftsplanung mit physisch-geographischer Ausrichtung'', Orientierungsrichtung Physische Geographie, Geoökologie und Landschaftsplanung

Aufgabenstellung

Mit den Änderungen der Rahmenbedingungen (z.B. Agrarreform) wird die Kulturlandschaft anders genutzt werden und so auch weiterhin einem Wandel unterworfen sein. Die Probleme des ländlichen Raumes in einigen Regionen, wie z.\,B. die zurückgehende Bevölkerung oder die Beeinträchtigung des Landschaftshaushaltes, sind offensichtlich.

Andererseits ist die Landschaft als physische Basis der Gesellschaft (Trinkwasser, gesunde Nahrungsmittel, eträgliches Klima, ausgeglichener Wasserhaushalt) unverzichtbar. Im Rahmen dieses Seminars wollen wir versuchen, Perspektiven für die Landschaft und deren Bewirtschaftung zu finden, die langfristig tragfähig sind. Abschließend sollen die Erkenntnisse exemplarisch in die Planung für ein kleines Wassereinzugsgebietes einfließen. Schließlich kommt es darauf, den Wandel der Kulturlandschaft nachhaltig zu gestalten.

Themen

Die Vergabe der Themen erfolgt erst im Rahmen der Vorbesprechung!

12.10.04Welche Entwicklungsrichtungen werden durch die Reform der Agrarsubventionen der EU angestoßen bzw. wahrscheinlicher?
Kulturlandschaft hat sich immer auch gewandelt. Durch die Änderung der EU-Agrarsubventionen hin zu Betriebs- bzw. flächenabhängigen Zahlungen könnte eine deutlich stärkere Dynamik als in den vergangenen Jahren ausgelöst werden. Fallen vermehrt Flächen faktisch brach, kann die Erzeugung für Biomasse für andere Zwecke dazugewinnen, oder wird vermehrt Naturschutz betrieben?
19.10.04 Perspektiven jenseits des Dogmas vom ewigen Wirtschaftswachstum
Ohne die Illusion vom ständigen Wirtschaftswachstum wird auch keine Vollbeschäftigung im herkömmlichen Sinne erreicht werden. Es sind deshalb realistischere Überlegungen (Szenarien) für die weitere Entwicklung zu durchdenken und mögliche Antworten zu entwickeln (\vgl Subsistenzwirtschaft, \vgl Energie- und Bodenwertsteuer
26.10.04 Der Wasserwirt: Wasser aus der Region für die Region
02.11.04 EnergieNetzwerk: Ist ein Netzwerk kleiner und kleinster Erzeuger regenerativer Energien anstelle von faktischen Gebietsmonopolen großer Verbünde denkbar?
Die Energie- und besonders Stromwirtschaft ist heute trotz aller Liberalisierungsstrategien eher noch weiter konzentriert. Wäre die Bereitstellung der Energieversorgung einer Region mit kleinen und kleinsten Anlagen, die ähnlich dem Internet miteinander gekoppelt wären, eine machbare Alternative?
09.11.04 Rohstoffe vom Feld: Nische oder ernst zu nehmende Produktion?
Die in Deutschland benötigten Rohstoffe stammen überwiegend aus dem Import. Welchen Beitrag könnten hier erzeugte Alternativen übernehmen? (z.\,B. Kunststoffe aus agrarischen Produkten)
16.11.04 Landschaftswasserhaushalt: Gestaltbare Größe statt fixe Konstante
Der Umgang mit den Daten zum Landschaftswasserhaushalt und Kleinklima z.\,B. in Landschaftsplänen legt nahe, daß dieses weitgehend konstante Größen seien. Daß dies nicht so ist, zeigt z.\,B. die Austrocknung und Klimaänderung ganzer Landschaften nach der Sümpfung für die Braunkohlentagebaue. Die Wechselwirkungen zwischen Verdunstung und Kleinklima wären in Hinblick auf Gestaltungsmöglichkeiten zu betrachten und Ansätze für die Quantifizierung solcher Maßnahmen zu suchen.
23.11.04 Permakultur: Die Subsistenzlandwirtschaft der Zukunft oder das Hobby einer Minderheit?
Permakultur ist konzeptionell eher auf eine Subsistenzproduktion als auf die Produktion von Marktfrüchten hin ausgelegt. Welchen Beitrag könnte Permakultur zukünftig leisten? In welchen Skalen könnte welcher Beitrag zum Lebensunterhalt erzeugt werden?
30.11.04 Damit die Produktion nicht ins Wasser fällt: Produktion im Wasser
Wasserflächen sind für Landschaftshaushalt zwar wertvoll, könnten aber intensiver genutzt werden. Deich-Teich-Systeme (\vgl DPS), Entenzucht (\vgl Power of Duck) und Aqua-Polykulturen wären Ansätze, um Wasserflächen auch nutzen zu können. Wie könnte eine derartige Bewirtschaftung in Mitteleuropa aussehen und mit welchen Erträgen wäre zu rechnen?
07.12.04 Camellones in Mitteldeutschland?
Die aus Südamerika stammenden Feldkanalsysteme (Camellones, Raised fields) sind ein Ansatz, um die Probleme herkömmlicher Bewirtschaftung wie die Auswaschung von Basenstoffen in den Griff zu bekommen. Wie müßte ein möglicher Bodenaufbau aussehen? Ist die Verdunstung ein Problem? Welche positiven Effekte wären damit verbunden? Was wären denkbare Standorte in Mitteldeutschland bzw. Mitteleuropa?
14.12.04 Feuchtgebiete als Rohstofflieferanten
Feuchtgebiete können zum Rückhalt von Stoffen in der Landschaft beitragen. Gleichzeitig können hier nachwachsende Rohstoffe gewonnen werden, z.\,B. mit Schilf, Rohrkolben oder Kurzumtriebsholz. Vorgeklärtes Abwasser kann hier veredelt werden. Wieviel könnte hier produziert werden, welche Produkte sind möglich?
21.12.04 Abwasser als Ressource: Abwassergewächshäuser
Abwasser ist einerseits ein Problem, enthält andererseits Energie (in Form von Kohlenstoff) und pflanzenverwertbare Nährstoffe (N, P, Basen). Heute wird unter Einsatz von Fremdenergie diese Ressource kostenaufwändig vernichtet. Abwassergewächshäuser sind eine Möglichkeit, diese Ressource zu nutzen.
11.01.05 Nachhaltige Bewirtschaftung trockenerer Bereiche
Zwar können Feuchtgebiete ausgewaschene Stoffe zurückhalten. Dennoch erscheint es sinnvoll, den Austrag von Stoffen bereits in den oberen Teilen des Einzugsgebietes zu minimieren. Was wären mögliche Vorsorgebereiche (\vgl Kuppen \vgl Steilhänge)? Wie könnte auch hier Wasser zurückgehalten werden? Welche Möglichkeiten bieten Gehölze (\vgl Agroforestry, Hecken)? Könnte hier Precision farming einen Beitrag liefern?
18.01.05 Vom Contour-Farming bis zur Terrassierung der Landschaft
Zum Wasser- und Stoffrückhalt ist Contour-Farming eine in Nordamerika durchaus bekannte Wirtschaftsweise, die bislang in Deutschland noch keine Rolle spielt. Welche Hemmnisse bestehen, welche Chancen wären damit verbunden? Könnte die Terrassierung steilerer Hänge, für die es historisch und international viele Beispiele gibt, ebenfalls eine sinnvolle Option darstellen?
25.01.05 Das Nützliche mit dem Schönen Verbinden: Die Umgestaltung des Landschaftsbildes
Während das BNatSchG als ein Ziel auch den Schutz der Kulturlandschaft verfolgt, veränderte sich mit neuen Bewirtschaftungsformen auch das Landschaftsbild. Welche Regeln, Restriktionen, Hinweise müßten beachtet werden, damit bei der Umgestaltung das Landschaftsbild gewinnt und nicht verliert?
01.02.05 Abschlußdiskussion: Anwendung der Ergebnisse auf ein kleines Wassereinzugsgebiet &

Einschreibung und Vorbesprechung

Ort und Zeitraum der Einschreibung: Senden Sie eine E-Mail mit Ihrer gültigen Mailadresse an
kuring@geographie.uni-halle.de mit folgenden Angaben:
Die Betreffzeile muss enthalten: OS RUP PHYS
Nachname:
Vorname:
Studiensemester im WS 04/05:
Studienrichtung:
Nebenfächer:

Verbindliche Vorbesprechung und Vergabe der Themen: Donnerstag, 15. Juli 2004 um 17.00 Uhr im SR 4.3.21

Anzahl der Studierenden: 14

Dieses Oberseminar wird für Studierende ab dem 7. Studiensemester angeboten.

Achtung! Die für das 5. Studiensemester angebotenen Inhalte der Pflichtvorlesung "nachhaltige Raumentwicklung" bilden die Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme am Oberseminar (s. Aushang). Das Testat zu diesem OS wird noch am 06.07.04 um 18:00 Uhr im im HS 3.07 (Informatik) angeboten.

Anmeldungen zum Seminar sind verbindlich. Werden bereits vergebene Plätze später nicht genutzt, können bei einer späteren Vergabe Wartezeiten (Anzahl der Semester) nicht angerechnet werden.

Ergebnisse des Testats für Ober- und Spezialseminar vom 22.06.2004

Anmeldungen zum Seminar sind verbindlich. Werden bereits vergebene Plätze später nicht genutzt, können bei einer späteren Vergabe Wartezeiten (Anzahl der Semester) nicht angerechnet werden.

Seminartermin: neu: Mi, 14.00-16.00 Uhr, SR 4.3.21

Seminarleitung: Dr. Chr. Hildmann


Stand: 02.11.2004 Christian Hildmann