Nachhaltigere Bewirtschaftung von Wassereinzugsgebieten durch Berücksichtigung landschaftlicher Relationen am Beispiel des Wethau-Einzugsgebietes (Sachsen-Anhalt, Thüringen)

Landschaftliche Relationen zwischen unterschiedlichen Flächennutzungen und ihre Einbindung in die bestimmenden Wasser- und Stofftransportprozesse besitzen bislang in der Planung nur einen untergeordneten Stellenwert oder werden vollständig ignoriert. Mit dem Niederschlagswasser werden jedoch in Mitteleuropa große Mengen an Mineralsalzen irreversibel ausgewaschen (> 1t/ha/a Gesamtsalze), die durch die übliche land- und forstwirtschaftliche Düngung nicht kompensiert werden. Damit wird die Integrität der Landschaft als physische Basis der Gesellschaft in Frage gestellt.

Im Rahmen des Projektes wird für das Beispiel des Wethau-Einzugsgebietes (Sachsen-Anhalt, Thüringen) ein Wasserhaushaltsmodell aufgebaut, mit dem wesentliche Komponenten (z.B. Verdunstung, Oberflächenabfluß) räumlich hoch aufgelöst auf täglicher Basis dargestellt werden können. Damit wird auch der Effekt lanschaftlicher Relationen abgebildet. Die Bearbeitung erfolgt mit z.T. eigens programmierten GIS-Routinen.

Ausgehend von der derzeitigen Landnutzung werden Vorschläge unterbreitet, wie eine nachhaltigere Landnutzung aussehen könnte. Dabei kommt der Retention des Wassers in der Landschaft (Vermeidung von Auswaschung und Erosion, kurzgeschlossene Wasserkreisläufe) besondere Bedeutung zu. Auch sonst weniger diskutierte Möglichkeiten, wie Agroforestry oder variable Gewässerrandstreifen, werden berücksichtigt. Anhand des Wasserhaushaltsmodells werden diese Vorschläge auf ihre Plausibilität überprüft. Die Ergebnisse werden auch als mögliche Beratungsleistung für die Landbewirtschaftung (v.a. Land- und Wasserwirtschaft) verstanden und sollen Selbstorganisationsprozesse einbeziehen.

Das Projekt basiert auf einem integrativen Systemansatz, bei dem die Wechselwirkungen zwischen Wasser- und Stoffhaushalt, Energieumsatz und Vegetation im Vordergrund stehen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dabei in einen Planungsansatz einfließen und bisherige sektorale Planung überwinden helfen (hierarchische Planung, Selbstorganisation).

Schlagwörter: Nachhaltigkeit, Wasserhaushalt, Stoffflüsse, GIS, Planung, Selbstorganisation, Landnutzung


Stand: 26.09.2006 Christian Hildmann