Analyse von Schnittstellen zwischen formellen und informellen Gestaltungs- und Entwicklungsstrategien

Eine nachhaltige Raumentwicklung ist eingebettet in vielfältige gesellschaftliche Kommunikations- und Wirtschaftsprozesse: Die Analyse von Schnittstellen zwischen formellen (verfahrensrechtlich abgesicherten) und informellen (spontanen, selbstorganisierten) Gestaltungs- und Entwicklungsprozessen rückt die orts- und zeitspezifische Verschränkung verschiedener Akteure und Instrumente in den Mittelpunkt der Betrachtung. Von hier ausgehend lassen sich spontane und langfristige Raumnutzungsmuster gegenüberstellen, räumlich und zeitlich mehrdimensionale Planungsstrategien generieren sowie vielfältige Möglichkeiten der Partizipation ausloten.

Der Begriff der "temporären Nutzungen" oder "Zwischennutzungen" beschreibt Phänomene und Möglichkeiten spontaner, ggf. zeitlich begrenzter Raumaneignung in innerstädtischen Bereichen. Akteure dieser Raumaneignung entwickeln und definieren ganz spezifische Qualitätsziele und beteiligen sich am gesellschaftlichen Diskurs um Lebens- und Raumqualität. Sie erobern innerstädtische Freiräume und gestalten und entwickeln sie.

Im Zuge der "Beschleunigung" des räumlichen Wandels (zunehmende Mobilität, Wanderungs- und Migrationsprozesse, Entstehung von Brachflächen und Leerstand) werden diese Raumaneignungsprozesse zum Bestandteil nachhaltiger Gestaltungs- und Planungsstrategien.

Publikationen:

KRUSE, S., STEGLICH, A. (2006): Temporäre Nutzungen - Stadtgestalt zwischen Selbstorgansisation und Steuerung. In: Bd. 3 Werkstattberichte Umweltstrategien, Universität Lüneburg [ISSN 1860-4544] Artikel als PDF-Datei)

STEGLICH, A.(2006): Zeiten als Ressource der Landschaft. Nachhaltiges Wirtschaften und Landschaftsplanung, wvb, Berlin

  • www.wvberlin.de

    Schlagwörter: temporäre Nutzungen, Zwischennutzung, nachhaltige Stadtentwicklung, Flächenrecycling, Selbstorganisation, informelle Planung


    Stand: 10.10.2006 Anja Steglich