Tagungsankündigung

Der Integrative Umweltplan - Chance für eine nachhaltige Entwicklung?

In der Zeit vom 25.02.2002 bis 27.02.2002 veranstaltet das Fachgebiet Raum- und Umweltplanung des Instituts für Geographie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine Fachtagung, bei der es um die Wiederbelebung der Diskussionen und um die Fortentwicklung einer umweltbezogenen Ziel- oder Leitplanung geht.

Ausgehend von den Veränderungen und Störungen im Mensch-Umwelt-System, die zwar größtenteils hinlänglich bekannt sind, denen aber selbst über ein Jahrzehnt nach Rio - trotz fataler Folgen für die zukünftige räumliche Entwicklung - in der Praxis oft nicht genügend begegnet wird. Obwohl die neuen Anforderungen an eine nachhaltigere Entwicklung inzwischen zur Aufnahme der Leitvorstellung einer nachhaltigen Raum- bzw. städtebaulichen Entwicklung im ROG und im BauGB führten, erhält der Schutz von Natur und Umwelt entgegen den fachlichen Erkenntnissen und Erfordernissen bei der Auseinandersetzung mit anderen Belangen in der räumlichen Planung oft nicht das ihm zustehende Gewicht. Es entstehen so grundsätzliche Fragen einer adäquaten Umsetzung der Umwelterfordernisse durch eine integrativ ausgerichtete Planung.

Neben der immer noch ungebrochenen Flächenumnutzung zählen insbesondere die Stoffströme sowie der Energieverbrauch zu den herausragenden Problemen der heutigen Zeit und der zukünftigen Generationen. Aufgrund anderer sektoraler Prämissen steht hier die notwendige Umweltentlastung durch Vorgaben der gesamträumlichen Planung immer noch vor großen Hindernissen.

Da die ökologischen Funktionen des Raumes den Rahmen der gesellschaftlichen Ansprüche bilden (sog. "strong sustainability"), bedarf es einer gezielten, gesamthaften Betrachtung und Steuerung. Entsteht hier die Notwendigkeit einer umweltfachlichen Teilsicht vor einer Gesamtabwägung (Güterabwägung) mit anderen gesellschaftlichen Interessen? Ein integrativer Umweltplan könnte helfen, die notwendigen Veränderungen als erforderliche Vorgabe zu instrumentalisieren. Damit könnten zukünftig "Umweltzielpläne" oder "Masterpläne Umwelt" dem planerischen Interessenausgleich eine Vorgabe bieten und Abwägungserfordernisse aufzeigen. Darüber hinaus sollte auch das Maßnahmenspektrum (z.B. durch Einbeziehung von ökonomischen Anreizen etc.) erweitert werden.

Ziele der Tagung sind:

In einem ersten Teil der Bestandsaufnahme und Analyse sollen vorhandene Defizite herausgearbeitet, Bewertungen versucht und Perspektiven aufgezeigt werden. Die Diskussion um den Umweltleitplan wird um umweltfachliche, gesamt- und fachplanerische Sichtweisen erweitert.

Ein zweiter Teil greift neuere Anforderungen und Ansätze in der Umweltplanung auf. Hierzu zählen Arbeiten auf der europäischen Ebene über die Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Aufstellung von Umweltplänen und -programmen, Entwicklungen auf der Bundesebene sowie eine Übersicht über ökonomische und weitere Instrumente.

Im dritten Teil der Tagung werden Arbeitsgruppen gebildet, in denen verschiedene wichtigen Fragestellungen einer zielgerichteten Umweltplanung diskutiert und herausgearbeitet werden sollen. Dies sind z. B.:

Danach werden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen vorgestellt. Abschließend werden auf dem Podium die planerischen und rechtlichen Folgen, Konsequenzen und Lösungen dis-kutiert. Eine ad hoc-Arbeitsgruppe soll ein Schlusskommunique und eine Fortführung der Überlegungen und Ansätze zu einer integrativen Umweltplanung entwickeln.


Stand: 23.11.2001