Der Integrative Umweltplan - Chance für eine nachhaltige Entwicklung?

Tagungsband

Der Tagungsband liegt vor! Nähere Informationen dazu hier.

Tagungsankündigung

Programm und Hinweise haben wir in einem Flyer veröffentlicht, den Sie auch hier herunterladen können (PDF-Datei, 480 kB). Ständig aktualisiert werden aber nur diese HTML-Seiten!

Diese Tagung wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert.

Großer Erfolg der Tagung

Seit der vor knapp vier Jahren abgebrochenen Diskussion um ein Umweltgesetzbuch, das einen Umweltleitplan bzw. Umweltgrundlagenplan zur Bündelung und Stärkung der Umweltbelange im Hinblick auf deren bessere Durchschlagkraft bei der Abwägung in raumbedeutsamen Plänen vorsah, gab es keinerlei Ansätze zur Fortentwicklung einer solchen Planung. Diese Diskussion sollte und konnte mit der wissenschaftliche Fachtagung anlässlich des 500-jährigen Universitätsjubiläums unter der Leitung von Prof. Dr. Wilfried Kühling, FG Raum- und Umweltplanung (Institut für Geographie) wieder angestoßen werden. Schirmherr war Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes. Nicht zuletzt durch die Unterstützung durch das Büro 500 der Universität und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt waren gute Voraussetzungen zum Gelingen der Tagung gegeben.

Knapp über 100 äußerst interessierte Teilnehmer aus Hochschulen, Behörden und Planungsbüros aus dem ganzen Bundesgebiet und den angrenzenden Nachbarländern drängten dann vom Montag, den 25.02.2002 bis Mittwoch, den 27.02.2002 in verschiedene Hörsäle des Melanchthonianums, um insgesamt 22 Vorträge zu hören. Die Nachfrage hatte die Erwartungen glatt übertroffen und zeigte, dass dieses Thema immer noch hochaktuell ist.

In den zentralen Vorträgen am Montag und Dienstag wurden die Mängel und Perspektiven der umweltbezogenen Raumplanung in verschiedener Hinsicht festgestellt und zunächst herausgearbeitet, welches die hemmenden Faktoren sind, die die Einführung einer zielgerichteten integrativen Umweltplanung behindern bzw. welches die förderlichen Aspekte einer solchen Planung sind. Auch die intensive Erörterung der Frage, inwieweit auch ökonomische und weitere Instrumente zur Steigerung der Wirksamkeit in räumlichen Planungsprozessen integriert werden können, spielte dabei eine große Rolle.

Wesentliches Ziel in den Arbeitsgruppen am Dienstag Nachmittag war dann die Herausarbeitung von Empfehlungen, wie in durchaus kontrovers zu diskutierenden Fragen möglicherweise weiter vorgegangen werden sollte. Fragestellungen waren z. B.:

Durch die Zusammenführung dieser Ergebnisse im Plenum am Mittwoch und die Diskussion um die fachlichen, instrumentellen und rechtlichen Konsequenzen wurde dann ausgelotet, welche grundsätzlichen Ansatzpunkte es zur inhaltlichen und verfahrensmäßigen Fortentwicklung des umweltplanerischen Instrumentariums gibt. Es schälte sich als erste Auffassung dann heraus, dass ein "Umweltzielplan" mit neuen Anforderungen - aber in das vorhandene Planungssystem integriert - zur Lösung der offener Fragen und Probleme beitragen könnte.

Die hoch motivierten Teilnehmenden vereinbarten abschließend, diese Tagung als Auftakt zu sehen, um mit einer arbeitsfähigen Gruppe eine konsequente Fortführung der Gedanken um einen "Umweltzielplan" unter dem Gesichtspunkt einer Instrumentalisierung der nachhaltigen Entwicklung zu betreiben. - Die Veröffentlichung eines Tagungsbandes ist bis Ende des Jahres vorgesehen.

Warum diese Tagung?

Veränderungen und Störungen im Mensch-Umwelt-System sind inzwischen hinlänglich bekannt; aber selbst über ein Jahrzehnt nach Rio wird den z. T. fatalen Entwicklungen in der planerischen Praxis oft nicht genügend begegnet.

Trotz Aufnahme der Leitvorstellungen einer nachhaltigen Raumentwicklung in 1 Abs. 2 Raumordnungsgesetz einerseits und der nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung in 1 Abs. 5 Baugesetzbuch andererseits, erhält der Schutz von Natur und Umwelt - entgegen den fachlichen Erkenntnissen und Erfordernissen - in der planerischen Auseinandersetzung mit anderen Belangen häufig nicht das ihm zustehende Gewicht. Gründe für die fehlende Durchschlagskraft der Umweltbelange liegen möglicherweise in einer fachgesetzlichen und instrumentellen Zersplitterung des Natur- und Umweltschutzes. So entstehen grundsätzliche Fragen an eine ganzheitlich (integrativ) ausgerichtete Planung.

Auch die gezielte Umweltentlastung durch Vorgaben der gesamträumlichen Planung hinsichtlich Flächenverbrauch, Steuerung der Material- und Stoffströme sowie der effizienten Energienutzung zählt noch zu den ungelösten Fragen aufgrund anderer sektoraler, wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischer Prämissen.

Weil letztlich die ökologischen Funktionen des Raumes den Rahmen der gesellschaftlichen Ansprüche bilden, bedarf es einer gezielten, gesamthaften Betrachtung und Steuerung. Möglicherweise entsteht hier die Notwendigkeit einer umweltfachlichen Teilsicht vor einer Güterabwägung mit anderen gesellschaftlichen Interessen: Ein räumlicher Plan "Umweltziele/ nachhaltige Entwicklung" könnte helfen, die notwendigen Veränderungen/ Verbesserungen als notwendige Vorgabe zu instrumentalisieren. Darüber hinaus könnte auch das Maßnahmenspektrum (z. B durch ökonomische Anreize etc.) erweitert werden.

Die Tagung soll klären, ob die Bündelung der Umweltbelange in einem Umweltleitplan als wirksamer Ansatz für eine nachhaltigere Raumentwicklung gelten könnte. Auch soll herausgearbeitet werden, inwieweit die räumliche Planung Koordinationsaufgaben hinsichtlich ergänzender (insbesondere ökonomischer) Instrumente übernehmen kann und sollte, damit eine selbstregulierende Umsetzung des Leitbilds der nachhaltigen Entwicklung konsequenter gelingt.

Nicht zuletzt sollen auch die Entwürfe und Diskussionen um eine Umweltleitplanung (Entwurf eines Umweltgesetzbuchs) konstruktiv fortentwickelt werden.

Als räumliche Ebenen werden insbesondere die regionale und kommunale Ebene angesprochen.

Weiteres zu dem Hintergrund dieser Tagung hier!

500 Jahre Universität Halle-Wittenberg

Die Tagung ist eingebettet in die Veranstaltungen zu den 500-Jahr Feiern der Universität. Näheres dazu erfahren Sie hier.

Schirmherr

Die Schirmherrschaft über die Tagung hat Herr Prof. Dr. Andreas Troge, Leiter des Umweltbundesamtes, übernommen.

Tagungsort, Tagungsbüro

Die Tagung findet in den Räumen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 06108 Halle/ Saale, statt. Tagungsort ist das Melanchthonianum (siehe Bild), Universitätsplatz 8/9, Saal XV.

Das Tagunsbüro befindet sich im Medienraum der Tagungsstätte und ist während der Tagung unter 0345/55-210 45 bzw. 55-210 47 (Fax) erreichbar.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich bis zum 01. Febraur 2002 verbindlich zu der Tagung an.

Lassen Sie sich für die Zusendung des vollständigen Programms und des Anmeldeformulars vormerken bei

Frau Kuring (Betreff: Tagung Umweltleitplan)

Alternativ können Sie sich das Anmeldeformular auch hier herunterladen (PDF-Datei, 211 kB).

Ansprechpartner: Prof. Dr. Wilfried Kühling, Tel.: 0345/55-26043.

Tagungsgebühr

Die Tagungsgebühr beträgt 75 € pro Person; ermäßigt (z.B. Studierende) 50 € (incl. Tagungsunterlagen, Pausengetränk und vergünstigtem Angebot der anschließend aufgelegten Veröffentlichung).

Überweisen Sie bitte die Tagungsgebühr bis zum 15.02.02 unter Angabe der Tagungsnummer 328/01 und Ihres Namens auf das Konto Nr. 2030 111 00 der Dresdner Bank Halle, BLZ 800 800 00. Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß bei einer Stornierung nach dem 15.02.02 eine Rückerstattung nur unter Abzug der entstanden Kosten möglich ist.

Hotel

Zeitlich beschränkt steht ein verbilligtes Zimmerkontingent zur Verfügung. Bitte bestellen Sie Ihre Unterkunft im

jeweils unter dem Stichwort Umweltleitplan. Weitere Unterkünfte bietet die Tourist-Information, Tel. 0345/202 83 71.

Anreise

Mit der Bahn bis Halle Hbf, kurzer Fußweg zum Riebeckplatz, von dort Straßenbahn Linie 7 Richtung Kröllwitz bis Moritzburgring.

Mit dem PKW: Direkt am Tagungsort nur sehr begrenzte Parkmöglichkeiten! So kommen Sie hin! (PLZ=06108)


Abfahrt Ankunft

Danach ggfs. weiter mit dem Nahverkehr Sachsen-Anhalt.

Hier finden Sie einen Übersichtsplan der Innenstadt. Einen ganzen Stadtplan mit Suchfunktionen können Sie auch nutzen.

Alternativ können Sie eine Übersicht als PDF-Datei (539 kB) bekommen.

Halle im Luftbild


Stand: 25.02.2003 Christian Hildmann